ab in den Süden

In 11 Tagen von Innsbruck nach Tarifa. 2500 Kilometer bei Schnee, Regen & Sonnenschein. 7 Länder, 4 Sprachen, Gefluche, Gejammer, aber vorallem: ganz viele tolle Eindrücke, offene Menschen und gewaltige Eindürcke.

Es war einmal ein verregneter Januar Abend. Der Winter zeigte sich von seiner ungemütlichen Seite. Leichtes Trübsal blasend überlegte ich mit, wie man dieser unschönen Mischung aus vereisten Trails und mässiger Schneequalitaet entkommen koennte. Mit dem Laptop auf dem Schoss begann ich hier und da ein aar willkuelriche Punkte im Stravaroutenplaner zu setzten. Dabei liessen mich besonders die Bilder von manch einem Athleten nicht los, der gerade seine Rad und Laufrunden auf einer warmen Insel irgendwo in der Südsee verbringt nicht los. Grosse Lust zu fliegen hatte ich auch nicht und so entschied ich mich dazu mein Glück selbst in die Hand zu nehmen und mich auf eigene Faust in Richtung „warm“ durchzuschlagen.

Equipment: Da in absehbarer Zeit ein Radkauf unumgänglich erschien, musste ich nochmal auf die altabewährte Packtaschentechnik setzten. Die Packliste lässt sich recht leicht zusammenfassen: 2 Radhosen, 2 Trickots, 2 Paar Socken, ein wenig Werkzeug, Kochequipment, einen Schlafsack und eine Isomatte. Dann noch ein paar Schuhe, um zumindest mal die Radschuhe ausziehen zu können, ebenso wie eine Garnitur Regenklamotten. Im Grunde war es das auch schon.

Die Strecke: Die Strecke plante ich so direkt wie möglich und so umständlich wie nötig. Dabei nahm ich allerdings auch Umwege in Kauf, um nicht durch das allerhinterste Kuhdorf zu fahren, oder um nicht Kilometerweit über Schotter zu rollen.

Verpflegung: Was die Verpflegung angeht habe ich den Bedarf zuächst unterschätz. Am dritten Tag habe ich nach einem Blick auf den Kalorienverbrauch allerdings festgestellt, dass ein paar Haferflocken am Morgen, ein rasches Mittagessen und ein paar Nudeln am Abend wohl nicht ausreichen werden. Kurzgesagt: Irgendwann gab es Magarine pur, gelöffelt mit ein wenig Brot. Spätestens in der französischen Schweiz wurde aus dem bisschen Brot allerdings sehr viel Brot. Im Grunde war keine Boulangerie in keiner Ortschaft vor mir sicher :). In Spanien war dann die Devise: „erstmal zu Lidl“. Praktischerweise glich eine Lidlfiliale der anderen und so kannte ich irgendwann die Anlaufstellen für Brot, Aufstrich, oder was es eben abends noch so geben sollte.

Unterkunft: Wie bereits zu Beginn erwählt hatte ich den Bivaksack mit eingeplant. Sollte es Möglichkeiten geben auf der Route einen warmshower host zu finden war ich der Idee allerdings nicht abgeneigt. Am Ende waren es 4 Übernachtungen bei sehr hilfsbereiten Gästen und 6 Übernachtungen unter freiem Himmel. Überraschenderweise war mir das sogar lieber. Ganz ohne soziale Interaktion ist es allerdings doch ein bisschen fad.

Highlights: Uff. Viele. Angefangen hat es damit, dass die offene Rechnung mit dem Arlbergpass beglichen werden konnte. Nachdem Mortiz und ich im letzten Jahr witterungsbedingt auf den Zug umgestiegen sind, war das ohne Frage ein tolles Gefühl die Serpentinen runterzurollen. Ich glaube so viele Daumen hoch, wie an diesem Tag habe ich noch nie von Autofahrern erhalten. Besonders in Erinnerung ist geblieben ist mir auch der ältere Mann in einem schnuckeligen Dorf kurz vor Algeciras. Wir waren sprachlich zwar nicht auf einer Wellenlänge, aber er war richtig stolz, dass er mir ein Bild seines Enkels zeigen konnte.

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